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Aktuelles
07.05.2012
Boats4People statt Frontex
für euro-afrikanische Solidarität!
Bewegungen im Mittelmeerraum II
Veranstaltung mit Helmut Dietrich, Forschungsgesellschaft Flucht und Migration, Berlin
Centro Sociale, Sternstraße 2 (U-Bhf. Feldstraße)
19.30 Uhr

Auf die arabischen Aufstände hat Europa mit verstärkter Abschottung geantwortet. Die Situation der boat people im Mittelmeer hat sich verschärft. Anfang 2011 sind viele Kontrollen der nordafrikanischen Küstenwachen zusammengebrochen. Zehntausende Jugendliche nahmen sich mit neuem Selbstbewusstsein die Reisefreiheit und brachen über das Meer Richtung Italien auf. Dort reagierten der italienische Staat und die EU mit Notstand, Rassismus, Polizeiknüppel. Italien erlebte in den Abschiebegefängnissen die heftigste landesweite Revolte, die es jemals in Lagern Nachkriegs-Westeuropas gegeben hat.

Die europäische Grenzschutzagentur Frontex und die Nato schotten seit Frühjahr 2011 das Meer zwischen Italien und Tunesien/Libyen lückenlos ab. Noch nie sind so viele boat people in dieser Meerenge gestorben wie 2011: Zwischen 1.500 und 2.000 tote boat people wurden im „Kanal von Sizilien“ registriert, zur Hälfte TunesierInnen, zur Hälfte afrikanische Bürgerkriegsflüchtlinge aus Libyen. Mehrere Tausend Flüchtlinge und ArbeitsmigrantInnen sitzen immer noch im Lager Choucha an der tunesischlibyschen Grenze fest, und zunehmend werden dort auch aufgegriffene boat people interniert.

Inzwischen ist eine transnationale Organisierung auf beiden Seiten des Mittelmeers möglich geworden, die der Abschottung entgegentreten will: In Tunesien und Italien organisieren Familien vermisster boat people Aktionen, um Informationen über den Verbleib ihrer Angehörigen und die geheimen Verträge zwischen den beiden Regierungen zu bekommen, und im Lager Choucha fordern Flüchtlinge die Aufnahme in Europa. Hier setzt Boats4People an. Boats4People wurde im Frühsommer 2011 in Italien als transnationales Projekt gegründet, um direkt am und auf dem Mittelmeer etwas gegen die europäische Festungspolitik zu unternehmen. Boats4People ist:

• Austausch von Erfahrungen, Vernetzung und Zusammenarbeit
• gegen Frontex, das EU-Grenzregime, die Abschiebebehörden und den Alltagsrassismus und macht Öffentlichkeitsarbeit dagegen
• für Bewegung, die Freiheit zur Bewegung im politischen und im geographischen Sinn.

Boats4People fordert konkret von der EU und den Regierungen ein Ende der gewaltsamen Kontrollen auf dem Meer, die Rettung von boat people in Seenot und die Respektierung ihrer Rechte statt der Kriminalisierung derjenigen, die dies gemäß internationalem Seerecht tun. Anfang Juli sollen Boote von Italien nach Tunesien starten und Aktionen an verschiedenen Orten stattfinden.

Näheres dazu auf der Veranstaltung sowie auf www.boats4people.org

VeranstalterInnen: Flüchtlingsrat Hamburg www.fluechtlingsrat-hamburg.de und Centro Sociale
  • www.centrosociale.de
    mit finanzieller Unterstützung der NorddeutschenStiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE)
  • www.nue-stiftung.de

    Der Eintritt ist kostenlos, aber eine Spende wäre sehr willkommen!

    Flyer


    Mehr Informationen zu boat4people
  • www.boats4people.org

    Flyer Boats4People (deutsch)
    Flyer Boats4People (französisch)
    Newsletter Boats4People vom 22.04.2012 (english)


    Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
    Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490

    info@fluechtlingsrat-hamburg.de


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