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Lagerpolitik
27.03.2006
Razzia im Ausreiselager Fürth

Menschenwürde verletzt

Insassen berichten.

Heute, am 27.März 2006 kam es im Ausreisezentrum Fürth zu einer Razzia. In Begleitung von 2 normalen und ca. 5-10 USK- Polizisten befielen heute die Herren Mnchhoff und Meissner von der Regierung Mittelfranken und der ihr untergeordneten zentralen Rückführungsstelle die Bewohner des Ausreisezentrums in der Hafenstrasse Fürth.

Um 8°°Uhr morgens einige der Bewohner schliefen noch, gerade hatte die Ausgabe der Essenspakete begonnen, fiel sehr überraschend das Kommando für im Ausreisezentrum ein.

Sie stellten jeweils 2 Wachen oben und unten an den Ausgängen auf und niemand durfte das Lager verlassen. Dann drangen sie in die Zimmer ein und durchsuchten sie. D.h. der Wachdienst schloss die Zimmer auf. Auf Fragen nach dem Grund der Durchsuchen gab es der Intelligenz entsprechendes Grinsen.

Langsam entpuppte sich der Grund der Durchsuchung: alle privaten Kühlschränke und Fernseher wurden beschlagnahmt. Die Lebensmittel wurden auf den Boden gekippt, oder die Bewohner aufgefordert, die Kühlschränke zu leeren. Die Gerte wurden dann vom Hausmeister mit Schubkarren weggebracht.

Von den Flüchtligen gab es Reaktionen von Protest bis völliger Verwunderung. Wo sie jetzt ihre Hähnchen lagern sollen?

In der Gemeinschaftsküche gibt es 4 Kühlschränke. Einer ist kaputt. Für das restliche Essen aller ist zuwenig Platz. Dauernd kommen daraus zudem die besten Sachen weg.

Angeblich gäbe es die Möglichkeit, in einem ominösen Gemeinschaftsraum zu fernzusehen. Allerdings gibt es momentan keinen Gemeinschaftsraum.

Die Täter begründen die Maßnahme mit der Hausordnung. Selbst kümmern sie ihre Verpflichtungen aus der Hausordnung allerdings recht wenig, denn es ist laut Berichten in der Küche ein Fenster kaputt, die elektrischen Herdplatten sind kaputt, ein Kühlschrank ist kaputt, im Waschraum sind 4 Waschbecken kaputt und seit Monaten der Abfluss verstopft.

Wenn sie jetzt mit Hausordnung argumentieren, sollen sie doch erstmal ihre eigenen Hausaufgaben machen.

Wer zudem permanent die Würde von Menschen durch derartige Schikanen und Quälereien verletzt, die das Ausreiselager an sich schon darstellt, braucht sich auch nicht zu wundern, wenn die Begeisterung und Engagement der Insassen, bei denen das Lager den offiziell angegebenen Zweck er Zermürbung erreicht hat, zur Instandhaltung und Sanierung der Behausung sich in Grenzen hält, denn weil der Mensch ein Mensch ist, hat er Stiefel im Gesicht nicht gern.

Das ganze lief sehr grob ab, es wurde zusätzlich zu den Beraubungsmaßnahmen noch alles durchsucht.

Der mutmaßliche Täter Mnchhoff gab dann zur Auskunft, die Grundlage der Razzia sei eine Anordnung aus dem Innenministerium. Die Razzia dauerte 2-3 Stunden.

Es wurde Privateigentum entwendet, die Informationsfreiheit und die Menschenwürde verletzt.

Über das geraubte Eigentum der Bewohner wurden keine Quittungen oder dergleichen ausgestellt, was den Verdacht des Diebstahls nährt.

Wir fordern die mutmaßlichen Täter auf, das geraubte Privateigentum sofort zurückzugeben und das Menschenrecht der Informationsfreiheit zu garantieren.

Quelle: Berichte von Insassen

Razzia im AusreiseLager Fürth (27.03.06)


Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490

info@fluechtlingsrat-hamburg.de


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