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Aktuelles
10.11.2007
Migration in der Ukraine

Die neue EU-Außengrenze zur Ukraine und ihre Auswirkungen auf die Situation von Flüchtlingen im Land

Ort: Treff "Schwarze Katze", Fettstraße 23, 20357 Hamburg
ab 15.00 Uhr

Politische Situation in der Ukraine

Uns ist die politische Situation in der Ukraine unbekannt. Manche Menschen haben innerhalb ihres Lebens mehrmals die Nationalität gewechselt ohne das Land verlassen zu haben.
Die Geschichte des proletarischen und politischen Widerstandes ist lang.
Wir werden über AnarchistInnen, nationalen Widerstand gegen den Sowjetimperialismus, Gaslieferungen, neuen Nationalismus, Grenzen dicht Richtung Osten und Rußland und anderem reden.

NoBorder Camp 2007
In Arbeitsgruppen haben wir über Arbeitsmigration, Flüchtlingslagern, Grenzsituationen und anderem diskutiert.
Wir haben Veranstaltungen, Demos, Konzerte auch im benachbarten Uzhgorod organisiert, sind zu Flüchtlingslager, Migrationsamt, Fabriken gegangen.
Ushgorod, eine Stadt mit rund 125.000 EinwohnerInnen, liegt im ukrainischen Transkarpatien, unmittelbar an der ostwärts Grenze der Slowakei und Ungarns. Für die Abwehrexperten von Frontex insofern eine ihrer bedeutenden "Problemzonen für illegale Einwanderung".

Ein Brennpunkt der Migration ist Transkarpatien jedenfalls im doppelten Sinne: Herkunftsregion zehntausender ukrainischer Wanderarbeiter und Transitstation für zahllose Flüchtlinge und MigrantInnen aus Ländern des globalen Südens.
Das Gefälle ist unübersehbar: Sichtbare Zeichen massiver Armut finden sich zwar auch in den östlichen Regionen Ungarns, doch hinter dem Grenzübergang in die Ukraine geht es eindeutig noch mal eine ziemliche Stufe runter.
Der Zustand der meisten Häuser oder die Kleidung vieler Menschen lässt ahnen, dass das monatliche Durchschnittseinkommen häufig keine 70, selten 120 Euro und manchmal 150 Euro übersteigt.
Letzteres verdienen vielleicht diejenigen, die einen Arbeitsplatz in der (noch?) spärlichen Maquiladora gefunden haben: im Skoda/VW - Werk direkt hinter der Grenze in Chop, oder einige Kilometer weiter in Ushgorod beim japanisch-amerikanischen Autozulieferer Yazaki.
Diese verlängerten Werkbänke erscheinen als Ausläufer der in den letzten Jahren zunehmend nach Osteuropa verlagerten Automobilproduktion.
Hier in Transkarpatien, also kurz hinter der EU-Grenze, hoffen einige global Player auf ein längerfristiges Niedriglohnparadies, und zweifellos hat der Spruch Geltung:
"Es ist schlimm, von einem transnationalen Konzern ausgebeutet zu werden, aber es ist (oft) schlimmer, nicht von einem solchen Konzern ausgebeutet zu werden".
Ob ihr Kalkül aufgeht ist fraglich; denn die Löhne steigen und die ArbeiterInnen nehmen bereits nicht jede Stelle an.

Flüchtlingsselbsorganisation:
Die Außengrenzen der Europäischen Union verschieben sich immer weiter nach Osten, im Januar 2007 traten Rumänien und Bulgarien der EU bei. Aber an der Grenze zur Ukraine wird der Erweiterungsprozess vorerst zum Stillstand kommen.
Schon seit Jahren ist die Ukraine angehalten, Flüchtlinge am Grenzübertritt gen Westen zu hindern. In einigen Regionen existieren bereits Internierungslager für Flüchtlinge, deren Zahl wird in den kommenden Jahren ansteigen.
Die Situation für Flüchtlinge in der Ukraine ist extrem instabil und von Behördenwillkür geprägt. Zunehmend lassen sich auch Abschiebungen in die Herkunftsländer beobachten wie beispielsweise von usbekischen TeilnehmerInnen des Aufstandes in Andischan.

Taisa Bazarkaeva berichtet aus der Perspektive einer Organisation, die in erster Linie mit Flüchtlingen aus Krisengebieten aus Tschetschenien, Afrika, Mittel- und Südostasien arbeitet.

"BERKAT" deckt ein weites Spektrum an möglicher Unterstützungsarbeit ab, die von humanitärer Hilfe über Beratung zur Erlangung eines legalen Aufenthaltsstatus, Wohnungssuche und Schaffung von Arbeitsplätzen für Flüchtlinge reicht.

Außerdem werden die wichtigsten Entwicklungen an der EU-Außengrenze zur Ukraine aufgezeigt. Ziel ist es, Diskussionen über mögliche Perspektiven internationaler Kampagnen zum Thema und die Unterstützung der Arbeit von "BERKAT" anzustoßen.
weitergehende Infos:
  • http://www.noborder.org/
  • www.pawshino.antira.info
  • http://www.wildcat-www.de/

    Flyer Vorderseite
    Flyer Rückseite


  • Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
    Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490

    info@fluechtlingsrat-hamburg.de

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