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Lagerpolitik
20.08 - 05.09.2004 Anti-Lager action Tour gegen Abschiebung und Ausgrenzung
Aufruf zur Anti-Lager Tour

Lagerpolitik

ANTI-LAGER-action-TOUR 2004
20.-24. August Camp in BRAMSCHE (Niedersachsen),
22. August Demo in NEUSS (NRW) (spez. FrauenLesbenTrans-Mobilisierung)
25.-26. August HANNOVER
26. August Aktionstag HALBERSTADT (Sachsen-Anhalt)
27.-31. August Camp in PARCHIM-TRAMM/ZAPEL (Meck.-Pomm.) inkl. Aktionstag in SCHWERIN 01. September BERLIN
02.-05. September Camp in EISENHÜTTENSTADT (Brandenburg)

Bramsche-Berlin-Eisenhüttenstadt-Halberstadt-Hannover-Neuss-Parchim/Tramm... heißen einige der Namen auf der Landkarte mit den Nicht-Orten, Orten des DRAUSSEN für die, die draußen bleiben sollen auch im Inneren dieses Landes.
Abschiebeknäste-Abschiebelager-Aufnahmelager-Ausreisezentren-Containerlager- Gemeinschaftsunterkünfte-Flüchtlingswohnheime-ZASTen... buchstabiert sich das Alphabet der Flüchtlingslager in Deutschland.
Abschotten-abschrecken-abwerten-ausgrenzen-demütigen-einsperren-isolieren-ig norieren-illegalisieren-unterdrücken-verwalten-vergewaltigen-verfolgen-zusam menpferchen...lautet die Deklination der Entrechtung all derer, die in Lagern leben müssen, hier und nebenan.
Seit es Flüchtlingslager in Deutschland gibt, kämpfen Menschen jeden Tag gegen das Leben im Lager: gegen die inhumanen Bedingungen, unter denen sie zu leben gezwungen werden, isoliert in Wäldern, ehemaligen Militärbaracken, Industriezonen und Containerschiffen. Der Kampf in diesen Nicht-Orten ist ein Kampf für die Rückgewinnung von Würde und Selbstbestimmung. Ein Kampf gegen rassistische Gesetzgebung, gegen Verfolgung durch Spezialgesetze, die Bewegungsfreiheit versagen, Existenzmittel minimieren, im Alltag stigmatisieren und medizinische Behandlung verweigern. Ein Kampf gegen Lebensbedingungen, die einen verrückt und klein machen sollen. In deutschen Abschiebeknästen, Flüchtlingslagern und -unterkünften nehmen sich so viele Menschen das Leben wie in keinem anderen europäischen Land.
Die Kampagne gegen die Lager ist ein Kampf gegen Grenzen, die uns unterteilen, einteilen und voneinander isolieren, uns beherrschbar, verwertbar und verfügbar machen sollen. Diese Einteilung und Aussonderung von Menschen machen wir nicht mit, nicht die Aufteilung der Gesellschaften und der Welt in Zonen der Armut und des Reichtums, des Zugangs zu Rechten und der Rechtlosigkeit, in Zonen des Krieges und falschen Friedens. Wir wollen diese Fundamente der herrschenden Verhältnisse, die Zäune der Lager, die sichtbaren und unsichtbaren Grenzen untergraben, unser Wissen und unsere Erfahrungen im Widersetzen verknüpfen.
Solidarität verbindet unsere Kämpfe für Befreiung miteinander. Unsere Autonomie ist unsere Selbstorganisierung und die Bewegungs-Freiheit, die wir uns nehmen; unser Widerstand richtet sich gegen Lager, Abschiebung, sozialen Ausschluss und Migrationskontrolle. Keine Lager, nicht hier und auch nicht anderswo!
Lager - überall in diesem Land gibt es diese Orte, die auf keiner Landkarte verzeichnet sind.
Wir wollen neue Karten zeichnen. Landkarten des Widerstandes, die sichtbaren Zäune und Mauern aktiv angreifen, laut herunterreißen oder leise umschiffen, unterspülen, unterlaufen, uns nehmen, was wir brauchen.
Laute und leise Neins des alltäglichen Widerstehens, das laute und entschiedene Nein - NO! Lager - Anti-Lager
Wir fordern die Schließung aller Lager: Abschiebeknäste, Abschiebelager, Sammellager und die Abschaffung des Residenzpflicht-Gesetzes! Schluss mit Abschiebungen! Jeder Mensch hat das Recht, dort zu leben wo er will!

Weitere Informationen zur Tour und Hintergründe
  • nolager website




    Auftaktdemo in Bramsche
    Aufruf zur Anti-Lager Tour
    Neue Erlasslage zum Ausreiselager Halberstadt
    TAZ Artikel zu den Flüchtlingen aus Tschetschenien in Bramsche
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