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Aktuelles
20.07.2006
Krieg im Libanon:
Tausende auf der Flucht vor Bombardements von Wohnvierteln

Flüchtlingsrat Hamburg fordert Abschiebestopp und großzügige Aufnahme libanesischer Flüchtlinge

Im Libanon herrscht Krieg. Seit Tagen fordern israelische Bombenangriffe auf Städte im ganzen Land bis dato über Hundert Tote und Tausende Verletzte. Im ganzen Land werden systematisch militärische, aber auch zivile Infrastruktur, Straßen, Brücken, Landebahnen, Sende- und Energieanlagen bombardiert. Gleichzeitig fordern Raketenangriffe der schiitischen Hizbollah auf nordisraelische Städte Tote und Verletzte unter der Zivilbevölkerung.

Ins Fadenkreuz der israelischen Bombardements sind offenbar vollends Wohnviertel in Beirut geraten, aber auch Kleinstädte und Dörfer im Süden des Libanon liegen unter Artilleriebeschuss. Nach israelischen Angaben zielen die Angriffe auf Einrichtungen der Hizbollah. Tatsächlich fordern sie jedoch in erster Linie nicht nur Opfer unter der schiitischen Zivilbevölkerung sondern zunehmend auch in christlichen und drusischen Siedlungsgebieten.

Während die europäischen Regierungen und die USA ihre Staatsangehörigen zu Lande, zu Wasser und zu Luft aus dem Libanon evakuieren, bleiben zig-Tausende vor dem Bombenterror fliehende Menschen im Libanon weitgehend auf sich allein gestellt. Der libanesische Staat ist vollkommen paralysiert und internationale Hilfsorganisationen sind selbst von der Gewalt betroffen.

Vor diesem Hintergrund fordert der Flüchtlingsrat den Hamburger Innensenator Udo Nagel auf, einen umgehenden Abschiebestopp für Personen aus dem Libanon zu erlassen.

Die Innenminister von Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz haben in den letzten Tagen bereits reagiert und Abschiebestopps erlassen. Hamburgs Innensenator sollte es ihnen gleich tun!

Gleichzeitig appelliert der Flüchtlingsrat an die Hamburger Landesregierung, vom Bund die umgehende und großzügige Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Libanon einzufordern.


Die Großzügigkeit, die Deutschland noch vor wenigen Jahren für die Täter im libanesisch-israelischen Konflikt hat walten lassen, sollte mindestens ebenso für die aktuellen Opfer des Krieges gelten!
Das fordert der Flüchtlingsrat Hamburg mit Blick auf die Aufnahme libanesischer Flüchtlinge durch Deutschland im Jahr 2000.
Dass eine Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Libanon bei akutem Bedarf ggf. unkompliziert möglich ist, hatte die Bundesregierung nämlich im Jahr 2000 bewiesen.
Deutschland nahm 400 Angehörigen der Südlibanesischen Armee (SLA) auf.
Die SLA Kämpfer mussten seinerzeit aus dem Libanon fliehen nachdem Israel sich nach fast zwei Jahrzehnten aus dem besetzten Süd-Libanon zurückzog.
Die SLA hatte zuvor eng mit den Besatzern kollaboriert und sich dabei zahlreicher brutaler Verbrechen gegen die libanesische und im Libanon lebende palästinensische Zivilbevölkerung schuldig gemacht.

Der Flüchtlingsrat Hamburg ruft darüber hinaus auf,
sich an der Demonstration gegen den israelischen Krieg im Libanon

am Freitag, dem 21. Juli, um 16.30 Uhr, ab Hauptbahnhof/Hachmannplatz zu beteiligen.


  • Abschiebestopp in den Libanon
    (Interview Bernd Mesovic mit Heike Demmel telepolis vom 04.08.2006)

    Brief an Angela Merkel (FR Hamburg 08.08.2006)
    Lizenz zum Krieg (Beitrag Peter Strutynski, Mitglied der AG Friedensforschung an der Uni Kassel)
    Frieden im Nahen Osten (Rede von Werner Ruf auf einer Friedenskundgebung in Kassel am 5.08.2006) (
    Stoppt den Krieg: PM Bundesauschuss Friedensratschlag (31.07.2006)
    Uri Avnery vom 22.07.06
    Pressemitteilung des FR Hamburg
    Vorschläge der Humanistischen Internatiopnalen in Bezug auf den Konflikt im Nahen Osten

  • Presse
    Schäuble gegen Aufnahme von libanesischen Kriegsflüchtlingen (Spiegel online 29.07.2006)
    Bis zu 35.000 Tonnen Öl bedrohen Libanons Küste (ARD 28.07.2006)
    Einen Überblick zu den Protestaktionen gibt das Netzwerk Friedenskooperative unter:
  • Friedenskooperative.de


    Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
    Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490

    info@fluechtlingsrat-hamburg.de


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