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Abschiebungen
23.01.2007
Der Kurdische Künstler Engin Celik befindet seit 7.1.2007 im Hungerstreik gegen seine drohende Abschiebung

Wir fordern die sofortige Freilassung von Herrn Engin Celik aus der Abschiebehaft und seine Asylanerkennung!
Am 7. Januar 2007 wurde Engin Celik während einer Zugfahrt auf dem Weg von Frankfurt nach Düsseldorf in der Nähe von Gießen von Polizisten festgenommen und in die JVA Gießen gebracht. Ihm wurde mitgeteilt, dass sein Asylverfahren negativ entschieden sei und man ihn abschieben werde. Am 15. Januar trat Engin Celik aus Protest gegen seine Freiheitsberaubung und gegen die Bestrebung der deutschen Behörden, ihn in die Türkei auszuliefern, in einen Hungerstreik.

Engin Celik ist in Deutschland bekannt geworden durch seine scharfe Kritik an der brutalen Unterdrückungspolitik des türkischen Staates gegen die kurdische Bevölkerung. Als Mitglied der Theatergruppe "Bühne der Träume", der Musikgruppe "Daglara Ezgi" und als Dichter ist er auf vielen Kulturveranstaltungen aufgetreten und ist dabei mit verschiedenen Kulturpreisen ausgezeichnet worden. Zuletzt ist er beim "Internationalen Yilmaz Güney Festival" in Frankfurt im November 2006 mit dem Ersten Preis für seine Dichtkunst geehrt worden. Neben seiner intensiven politischen Kulturarbeit widmete er seine gesamte verbleibende Zeit der Jugend- und Menschenrechtsarbeit. Er organisierte zusammen mit anderen Seminare und Diskussionsabende für Jugendliche, um eine fortschrittliche und gesellschaftliche Entwicklung zu fördern und unter den TeilnehmerInnen Werte wie Solidarität, Mut gegen Ungerechtigkeit aufzustehen, Respekt, Offenheit und Selbstbewusstsein zu fördern.

Das Mig-Zentrum (Verein der kulturellen medialen Kommunikationsstelle der Migration e.V.) und das "Internationale Zentrum B5" in Hamburg waren feste Basen seines kreativen Schaffens. Darüber hinaus brachte er viel Zeit für Veranstaltungen, Treffen und Musik- und Theaterauftritte in ganz Deutschland auf.

In der Menschenrechtsarbeit wirkte er vor allem aktiv im bundesweiten Netzwerk der "Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen". Er sah es als seine Aufgabe, die chauvinistische und repressive türkische Staatspolitik öffentlich zu machen und sich mit dem Kampf anderer Flüchtlinge gegen politische Verfolgung, Unterdrückung der Meinungsfreiheit, für wirkliche Demokratie und Emanzipation zu solidarisieren. Mit der Hervorhebung des Karawane-Slogans "Asylrecht ist Menschenrecht und kein Privileg" schloss er sich der Kritik gegen die rigorose Abschiebepolitik in Deutschland an. Auch ihm selbst verweigerten die deutschen Behörden den Schutz vor seiner Verfolgung in der Türkei.

Sein Rechtsanwalt hat unter Verweis auf das EU-Recht und mit Dokumenten über die unermüdliche Aktivität Herrn Celiks einen Asylfolgeantrag beim Bundesamt Lübeck eingereicht. Am 17. Januar wurde Engin Celik in das Abschiebegefängnis Offenbach verlegt. Engin Celik befindet sich in großer Gefahr. Wir rufen alle fortschrittlich eingestellten Menschen und Organisationen auf, alles für seine Freilassung und zur Verhinderung der Abschiebung zu tun.

Wir bitten Euch eindringlich, Euch mit der Forderung nach Freilassung und Asylanerkennung für Engin Celik an folgende Adressen zu wenden:

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
Außenstelle Lübeck
Vorzwecker Straße 103, 23554 Lübeck
Tel.: 0451/4006-0 Fax: 0451/4006-199

Innenministerium Schleswig-Holstein
Innenminister Ralf Stegner
Düsternbrooker Weg 92, 24105 Kiel
Telefon: 0431/9 88-0 Fax:0431/9 88-30 03 e-mail:

pressestelle@im.landsh.de


Presse
Kein Mann der reinen Kunst (TAZ 14.02.2007)

  • http://www.thecaravan.org

    Engin Celik ist frei (13.02.2007)
    PM Karawane Hamburg vom 31.01.2007
    PM FR Schleswig Holstein vom 26.01.2007
    PM Karawane Hamburg vom 25.01.2007
    PM Karawane Hamburg vom 24.01.2007
    Engin Kampagne
    Musterfax


    Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
    Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490

    info@fluechtlingsrat-hamburg.de


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