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Abschiebungen
21.04.2008
Trotz Koalitionsvertrag:
Ausländerbehörde Hamburg reißt Familie auseinander

Pressemitteilung Flüchtlingsrat Hamburg

Während die Verhandlungskommissionen von CDU und GAL zusammen saßen und u.a. beschlossen, dass dem grundgesetzlichen Schutz von Ehe und Familie auch bei Abschiebungen Rechnung getragen werden solle, indem Familien nur zusammen abgeschoben werden sollen und auch möglichst nicht zur Nachtzeit (Seite 55 Koalitionsvertrag), schuf die Ausländerbehörde von Noch-Senator Udo Nagel genau gegenteilige Fakten:

Seit acht Jahren lebt die fünfköpfige Familie Grigorjan in Hamburg und ist hier voll integriert. Das Ehepaar hat drei Kinder im Alter von 14, 10 und 4 Jahren. Die beiden älteren Kinder Chrischno (10) und Liana (14), besuchen hier erfolgreich die Schule. Das jüngste Kind ist sogar in Hamburg geboren.

Die Familie hatte bislang eine Duldung, die immer verlängert wurde. Im März 2008 erst wurde Ihre Duldung bis zum Juni 2008 verlängert. Seit einiger Zeit ist zudem ein Anwalt beauftragt, um eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis für die Familie Grigorjan zu erwirken.

Doch am Montag den, 31.03.08 geschah das Unfassbare: Trotz gültiger Duldung wurde die Familie zu nachtschlafender Zeit mit großem Polizeiaufwand auseinandergerissen. Der Vater wurde in Handschallen mit zwei seiner Kinder, Liana und Chrischo, abtransportiert und nach Armenien abgeschoben. Die beiden Kinder sprechen kaum armenisch, und sind total verstört. Vater und Kinder haben in Armenien keine Wohnung, leben wechselweise bei Freunden und werden zudem von Landsleuten bedroht, sind in Lebensgefahr.

Die Mutter ist mit der jüngsten Tochter Sona noch hier, traumatisiert, orientierungslos und ohne Hilfe, und sie musste zudem noch ihre Wohnung räumen, lebt nun in einer Asylunterkunft in Langenhorn/Ochsenzoll.

Die Abschiebung wurde der Familie trotz gesetzlicher Bestimmungen, die die Ausländerbehörde dazu verpflichte hättet, nicht vorher mitgeteilt. Es wurde inzwischen eine Eingabe beim Petitionsausschuss der Bürgerschaft eingereicht.

Wir fordern von der neuen Koalitionsregierung in Hamburg:

  • Sofortiges Ende dieser menschenunwürdigen Abschiebepraxis!
  • Schutz von Familien heißt, KEINE Abschiebungen mehr!
  • Rückkehr der abgeschobenen Familienmitglieder, damit die Kinder hier weiter zusammen mit ihren Hamburger FreundInnen spielen, lernen und groß werden können.
    Hier ist seit 8 Jahren ihre Heimat und hier gehören sie her!


    Wir bitten Sie dringend um Ihre Hilfe, den Fall publik zu machen, um anderen Familien vielleicht solches zu ersparen und natürlich für eine kleine Chance, Vater und Kinder der Familie doch wieder nach Deutschland zurück zu holen!

    Flüchtlingsrat Hamburg
  • Presseerklärung
    Ausländerbehörde Hamburg schickt irakisch-yezidische Mutter mit fünf schulpflichtigen Kindern nach Horst !
    (gemeinsame PM von FR HH, KMII HH und der Horst AG vom 24.04.2008)
    Vollständiger Koalitionsvertrag (April 2008)
    Innenpolitik (Auszug aus dem Koalitionsvertrag Seite 54 - 58 vom April 2008)
    Stellungnahme des FR HH zu den flüchtlingspolitischen Vereinbarungen des Koalitionsvertrags
  • Stellungnahme von Fluchtpunkt (Kirhliche Hilfsstelle für Flüchtlinge)

    Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
    Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490

    info@fluechtlingsrat-hamburg.de


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