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Abschiebungen
19.02.2007
Menschenkette um die Binnenalster
Wir stehen zusammen gegen die Abschiebung der afghanischen Flüchtlinge!
Aufruf von Hamburger Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern
um 15.00 Uhr
Treffpunkt am Jungfernstieg, Alsteranleger

Während die Bundesregierung beschließt, Kampfflugzeuge nach Afghanistan zu schicken, hält der Innensenator Udo Nagel trotz der kritischen und unsicheren Lage an den Abschiebeplänen für über 100 Familien nach Afghanistan fest. Obdachlosigkeit, Arbeitslosigkeit, mangelnde Gesundheitsversorgung, Hunger und Bürgerkrieg erwarten die Familien in Afghanistan, die hier in Hamburg seit mehreren Jahren leben und integriert sind.

Der Innensenator Udo Nagel und Ole von Beust als Verantwortlicher für die Hamburger Politik haben bisher die breiten Proteste von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern und Eltern ignoriert, die in Petitionen, Briefen, Unterschriftenaktionen und Demonstrationen ihre Forderung nach einem Abschiebestopp und Bleiberecht für die afghanischen Flüchtlinge deutlich gemacht haben.

Wenn Udo Nagel und Ole von Beust an der Abschiebung festhalten, machen sie sich mit-schuldig an der Zerstörung der Zukunftsperspektiven der Kinder und Jugendlichen, die viele Jahre hier in Hamburg aufgewachsen und teilweise hier geboren sind!

Udo Nagel und Ole von Beust müssen das Urteil des Hamburger Verwaltungsgericht vom 16. Januar 2007 zur Kenntnis nehmen, das die Hamburger Behörde auffordert, die Abschiebung einer afghanischen Familie auszusetzen aufgrund der extremen Gefahrenlage wegen Mangel an Wohnraum, Nahrungsmitteln und Gesundheitsversorgungâ?? (21 AE 1119/06)!

Mit dieser Menschenkette möchten wir deutlich machen, dass wir eine Abschiebung unserer Mitschülerinnen und Mitschüler, unserer Freundinnen und Freunde, unserer Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen nicht hinnehmen.

"Wir sollen nun wieder in das Land zurück, das keinerlei Sicherheit bietet, in ein Land, das für uns nichts anderes als den Tod bietet", erklÀrte der SchÃŒler Omid Sadeghi. "Seit Tagen kann keiner in unserer Familie ruhig schlafen. Die Angst, wieder dem Elend in Afghanistan gegenüber zu stehen, lässt uns keine Minute in Ruhe. Über uns wird einfach so entschieden, als wären wir ein Haufen Nichts".

Wir möchten, dass die Hoffnungen und Wüsche von Omid, die er stellvertretend für alle Betroffenen äußert, wahr werden. "Die Heimat eines Menschen ist dort, wo er sich am wohlsten fühlt, dort, wo er etwas zu seiner Gesellschaft beitragen kann. Unsere Freunde, Lehrer und Mitmenschen gaben uns mit ihrer Hilfsbereitschaft das Gefühl, dass unsere Heimat genau hier in Hamburg liegt. Unsere Zukunft liegt hier und wir möchten auch zu denen gehören, die uns dieses Gefühl der Sicherheit, Geborgenheit und Menschlichkeit gegeben haben. Wir hoffen, dass die letzten fünf Jahre nicht ein Traum waren, sondern weiter gehen".

Veranstalter: GEW-Ausschuss Bleiberecht
Rothenbaumchaussee 15, 20148 Hamburg
bleiberecht-gewhh@gmx.de

Aufruf
Stellungnahme zu Tornados (Afghanische Schulen vom 17.02.07)

Presse
Menschenkette um die Alster (TAZ vom 20.02.07)
Hamburg will bei Asyl Exempelstatuieren (FR vom 15.02.07)


Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490

info@fluechtlingsrat-hamburg.de


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