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Aktuelles
11.11.2005
Kundgebung gegen die perfide Abschiebepraxis
in diesem Fall nach Afghanistan

am Sieveking Platz vor dem Gerichtsgebäude
von 10.00 bis 12.00 Uhr
10.11.2005
Heute mussten wir leider wieder erfahren, wie perfide und menschenverachtend das Abschieberegime Deutschlands ist.
Gestern morgen um 10.00 Uhr hat Frau K. einen Termin zur Anhörung bei dem Sachbearbeiter Eckert in der Ausländerbehörde. Sie weint sehr stark, zittert am ganzen Körper. Fragt immer wieder, wo ihr Mann ist.
Am Tag zuvor war sie alleine zu einem Termin in die Behörde bestellt worden - sie dachte zu einem Arzttermin. Während sie dort wartet, holt die Abschiebeabteilung ihren Mann von zu Hause ab, um sie zusammen nach Kabul abzuschieben. Sie sind ein kinderloses Ehepaar und Hindus aus Afghanistan. Eine der ersten kinderlosen Paare, die aus Hamburg abgeschoben werden sollen.
Sie werden nach Frankfurt zum Flughafen gebracht, sie bricht zusammen und wird vom Flugzeug weggebracht. Das Flugzeug startet. Ihr Mann sitzt drin.
Als sie in der Krankenstation des Flughafens jemand fragt wo ihr Mann sei, heißt es nur "zu Haus". Sie denkt: in Hamburg. Aber als sie wieder in Hamburg ankommt, ist er nicht da.
Kurz vor dem Termin heute bricht sie wieder zusammen, ist für alle Begleiter nicht ansprechbar. Ein Notarzt wird gerufen, aber ihr fehlt - rein körperlich - nichts. Nach einiger Zeit schafft sie es, wieder aufzustehen, geht zum Sachbearbeiter hinein. Mit dem Anwalt war abgesprochen, dass ein neuer Abschiebetermin für kommenden Mittwoch sowieso schon feststeht und sie eine Meldeauflage bis dann bekommen wird. Klar ist, dass sie wieder mit ihrem Mann zusammen sein will!
In der Anhörung wird "getrickst". Die Fragen unklar formuliert, um zu erkennen worauf sie hinauslaufen.
Die Frau, die noch kurz zuvor zusammengebrochen dalag, wird in Haft genommen. Begründung: sie würde sich einer Abschiebung widersetzen.
Morgen um 11.20 soll sie dem Haftrichter vorgeführt werden. Zur Zeit liegt sie in der Haft auf der Krankenstation.

11.11.2005
Die Gerichtsverhandlung ist vorbei. Der Rechtsanwalt berichtet:
Das Gericht hat sich mehr oder weniger den Anschuldigungen und Ausführungen der Ausländerbehörde angeschlossen. Die Richterin war der Meinung, die Aussage von Frau K., sie wolle zu ihrem Mann (der am Mittwoch nach Kabul abgeschoben wurde) sei eine Schutzbehauptung.
Da nach ihren Zusammenbrüchen kein medizinischer Befund festgestellt werden konnte, bliebe das auch fragwürdig. (Womit sicher Simulation gemeint ist)
Also sei die weiter Inhaftierung gerechtfertigt.
Wann nun der Flug gebucht wird, ist noch unklar. Es gehen sowohl Mittwochs als auch Sonntags Flüge nach Kabul.

  • Hamburg will die erste Afghanin abschieben (FR 19.11.2005)
  • Abschiebung nach Kabul erregt Wut (TAZ 12.11.2005)
    Demoaufruf vom Netzwerk Afghanistan zur Demo am 10.12.2005 in HH
    Auch in Bayern haben die Abschiebungen nach Afghanistan begonnen (Bericht vom 03.12.2005)
    offener Brief an Innensenator Udo Nagel von der Hindugemeinde Hamburg (15.11.2005)


    Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
    Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490

    info@fluechtlingsrat-hamburg.de


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