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Aktuelles
22.06.2006
Sofortige Entlassung von Attikpasso Latevi Lawsson aus der Abschiebehaft

Aktion auf dem Erfurter Anger
am 22.06.2006 um 15.00 Uhr

Sofortige Entlassung von Attikpasso Latevi Lawsson aus der Abschiebehaft!
Gesicherter Aufenthalt und therapeutische Behandlung!
Genereller Abschiebestopp nach Togo!

Der togoische Regimegegner Attikpasso Latevi Lawsson floh 1998 nach Deutschland. In Togo war er zuvor von staatlichen Sicherheitskräften festgenommen und gefoltert worden. Als engagierter Künstler thematisierte er in seinen Werken die unrechtmäßige Diktatur Eyademas und die Frage der Menschenrechte. Auch im Exil in Deutschland setzte er seine Arbeit unter schwersten Bedingungen als lediglich geduldeter Flüchtling fort.

Sein Asylgesuch wurde im Jahr 2006 abgelehnt. Wie in vielen anderen Fällen behaupteten die Behörden, dass sie ihm seine Angaben nicht glauben. Wegen der durch Folter erlittenen Traumatisierung stellten medizinische Gutachten dringende Therapiebedürftigkeit fest. Unter anderem das Berliner Zentrum für Folteropfer bestätigte die Diagnose und wies auf dringenden Handlungsbedarf hin. Obwohl auch ein auf Antrag des Verwaltungsgerichts in Gera gestelltes Gutachten sowie ein sachverständiger Zeuge die vorangegangenen Diagnosen bestätigten, erkannte das Gericht weder Schutzbedürftigkeit noch Abschiebehindernisse.

Doppelt traumatisiert durch die Erlebnisse in Togo und durch die Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit, wodurch ihm Schutz und auf medizinische Behandlung verweigert wurden, schrieb er im März 2006 einen verzweifelten Drohbrief an das Verwaltungsgericht in Gera. Daraufhin wurde er verhaftet und nach 5 Tagen Haft in den Maßregelvollzug in einer psychiatrischen Abteilung in einem Fachkrankenhaus untergebracht. Die zuständigen Ärzte beschlossen seine Entlassung, da der Inhalt des Briefes jeder realen Grundlage entbehrt und von ihm keine Gefahr ausgeht. Doch das Amtsgericht Stadtroda verhängte sofort Abschiebehaft und man brachte ihn in die JVA Suhl-Goldlauter. Die Anordnung der Abschiebehaft entbehrt jeglicher Grundlage. Vor dem Hintergrund der Traumatisierung ist die Abschiebehaft seelische Folter, die schwere Konsequenzen haben kann. Die Praxis der Abschiebehaft ist für zahlreiche Selbstmorde und Selbstmordversuche verantwortlich.

Eine Abschiebung nach Togo bringt Herrn Attikpasso Latevi Lawsson in große Lebensgefahr. Die intensive Öffentlichkeitsarbeit der „Internationalen Kampagne gegen die Diktatur in Togo und anderen afrikanischen Ländern“ brachte die Mecklenburger Landesregierung zu der Entscheidung, einen sechsmonatigen Abschiebestopp nach Togo zu erlassen. Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen, die die Lage in Togo nach der Machtübernahme durch den Sohn des verstorbenen Diktators untersucht haben, fordern einen bundesweiten Abschiebestop. Auch der UNHCR begrüßt die mecklenburgische Entscheidung und befürwortet die Ausweitung auf die anderen Bundesländer.

Wir fordern:

Die sofortige Entlassung Herrn Attikpasso Latevi Lawsson aus der Haft und Zugang zu einer therapeutischen Behandlung im Zentrum für Folteropfer in Berlin oder einer vergleichsweise qualifizierten Einrichtung!

Keine Kollaboration und Teilhabe an den Menschenrechtsverletzungen der Diktatur in Togo durch das Bundesland Thüringen. Deshalb: Sofortiger Abschiebestopp nach Togo durch das Bundesland Thüringen.
mehr Informationen und Faxkampagne
  • The voice Forum

  • Kontakt

    free2move@nadir.org

    thevoiceforum@emdash.org

    PM Prozess erneut verschoben (vom 22.06.2006)
    PM Grünes Europabüro Thüringen (22.06.2006)
    PM von Bündnis 90 Die Grünen Thüringen (19.06.2006)
    Die LINKE. fordert Bleiberecht für Atikpasso Latevi Lawsson (16.06.2006)
    Aufruf The voive
    PM FR Thüringen vom 15.06.2006
    PM FR Thüringen vom 13.06.2006
    PM von Pro Asyl zu Togo im Zusammenhang der WM

    Presse
    Hungerstreik in der Zelle (Thüringer Allgemeine vom 20.06.2006)


    Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
    Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490

    info@fluechtlingsrat-hamburg.de


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