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Abschiebungen
08.03.2006 (Weltfrauentag)
Protest- und Informationskundgebung
gegen Zwangsabschiebungen afghanischer Kinder,
Frauen und Männer nach Afghanistan

Mittwoch, den 08. März 2006
10.30 Uhr (vormittags)
Hauptbahnhof Ausgang - Glockengießerwall, Hamburg
Rat der afghanischen Frauen in Deutschland e.V. Section Hamburg
rufen zur Protest-und Informationskundgebung auf


Die Situation der Bevölkerung in Afghanistan wird mittlerweile von Monat zu Monat extrem desolater, elender, akut menschenunwürdiger, kurzum hochgradig lebensbedrohlich für den Einzelnen, sowohl wirtschaftlich, poli-tisch, sozialgesellschaftlich, wie sicherheitsbezogen. Eine Tatsache, die von internationalen Expertenteams übereinstimmend unterstrichen wird.

Afghanistan gilt nach wie vor als das Land mit einer der höchsten Kindersterblichkeitsraten der Welt. Arbeit, Unterkunft, halbwegs vernünftige Überlebensmöglichkeiten oder gar medizinische Betreuung oder Bildungs-angebote für Millionen und Abermillionen Rückkehrer? - Fehlanzeige! Dennoch werden Woche für Woche Hamburgerinnen und Hamburger afghanischer Abstammung in das vollkommen überforderte, zwangskollabie-rende und mittlerweile in jeder Beziehung gewaltsam implodierende Land zurückgezwungen. Vielen Rückkeh-rern stellt sich zum nackten Überleben nur die, für sie vollkommen perverse, Alternative: Kriminalität, Betteln, Mithilfe bei der Heroingewinnung oder Aufnahme in terroristische Gruppierungen. (Unterstützung und Schutz internationaler Organisationen für Zwangsrückkehrer in Afghanistan ist so gut wie kaum gegeben.)
Eine grauenvolle Eskalation, deren Auswirkungen auch für den Westen in einigen Jahren, heute noch vermeidbar wä-ren. Dennoch sollen demnächst sogar die Kinder, die in Hamburg geboren wurden, deren Muttersprache deutsch ist, die nie etwas anderes als unsere Kultur kennenlernten, vom Hamburger Innensenator gewissen-los, teilweise ohne Rücksicht auf ihre Überlebenschance (von Bildungschancen ganz zu schweigen), in dieses Elend gewaltsam gezwungen werden, nur weil sie das Pech hatten, von einer oft seit vielen Jahren in Ham-burg integriert lebenden afghanischen Mutter mit dem Aufenthaltsstatus 'Duldung' geboren worden zu sein.

Viele Hamburgerinnen und Hamburger wissen wenig bis gar nichts über die derzeitigen Lebensumstände in Afghanistan. Hinzu kommt, dass viele Europäer durch die jüngsten Ereignisse (Mohammed Karikaturen, Bot-schaftsbrände etc.) sehr verunsichert sind.

Daher freuen wie uns ganz besonders, nicht nur eine Protest-, sondern vorallem auch Informationsveranstal-tung für unsere Hamburger Nachbarn, Freunde und Mitbürger/innen (mit einigen kleinen Aufmerksamkeiten für Sie), zu realisieren.

Lernen Sie uns kennen! Zum Beispiel: Die Frau ihres afghanischen Zahnarztes, der immer so schmerzfrei ihre Zähne behandelt. Die Mutter der afghanischen Schulfreundin Ihrer Tochter, die drei Straßen weiter wohnt. Die Frau Ihres afghanischen Gemüsehändlers um die Ecke. Die deutsche Lehrerin, die seit 2002 in Afghanistan arbeitete (bevor es jetzt zu gefährlich wurde). Die Kinderärztin, die kostenlos über viele Monate afghanische Kinder in Pakistan behandelte. Die Italienerin, die in Hamburg seit vielen Jahren Deutschunterricht erteilt - e-ben uns alle, die wir uns täglich in Hamburgs Straßen zufällig und unwissentlich begegnen.

Wir sind Hamburgerinnen. Und natürlich werden wir alle da sein! Sie auch?
Diese Kundgebung wird unter vielen Anderen unterstützt vom:
netzwerk AFGHANISTAN INFO hamburg
flüchtlingsrat hamburg u.v.a.

V.i.S.d.P. : Nasrin Mofid 0174-9870823 Ilse Schwartz (040) 69 64 38 69

PM von Fluchtpunkt (10.03.2006)
Aufruf


Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490

info@fluechtlingsrat-hamburg.de


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