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Aktuelles
08.03.2010
Suizid eines Jugendlichen in Abschiebehaft
Aufruf zur Demonstration am 9.3.2010
18.00 Uhr am Bahnhof Sternschanze

Pressemitteilung Flüchtlingsrat Hamburg

Aufruf zur Demo

Nach Angaben der Hamburger Justizbehörde wurde am Sonntagnachmittag der 17jährige David erhängt im Gefängniskrankenhaus aufgefunden. Der aus Georgien stammende Flüchtling hatte in Deutschland um Asyl nachgesucht, das abgelehnt wurde. Obwohl minderjährig saß er seit Februar in Abschiebehaft. Er hatte schon seit längerer Zeit Essen verweigert.

Soweit die dürren Fakten, hinter denen ein weiteres Leben steht, das durch die rassistische Ausländergesetzgebung endgültig zerstört wurde.

Davids Tod reiht sich in eine menschenverachtende Flüchtlingspolitik ein. Gegenüber Minderjährigen Unbegleiteten Flüchtlingen zeichnet sich gerade Hamburg durch eine besonders schlimme Vorgehensweise aus: Statt die Rechte und das besondere Schutzbedürfnis der Jugendlichen zu bedenken, sie von der Jugendbehörde in Obhut zu nehmen, wie es Minderjährigen Unbegleiteten Flüchtlingen gesetzlich zusteht, werden sie ohne Dolmetscher isoliert, zurückgeschoben oder gleich mit einem fiktiven Geburtsdatum für erwachsen erklärt.
Abschiebehaft ist eine staatliche Zwangsmaßnahme, die willkürlich verhängt wird. Sie gehört ersatzlos abgeschafft, und Jugendliche dort unterzubringen, ist eine krasse Verletzung der Kinderrechte! Wir sind traurig und wütend über den Tod von David M. Deshalb finden wir es wichtig uns spontan zu versammeln und gegen diese mörderisch rassistische Politik zu protestieren.

Wir rufen daher auf zur Demonstration, morgen am 9.3.2010, um 18.00 Uhr am Bahnhof Sternschanze.
Die Abschlusskundgebung ist um 19.00 Uhr vor dem Untersuchungsgefängnis, in dessen Haftkrankenhaus David M. gestorben ist.


Hermann Hardt
Flüchtlingsrat Hamburg
Für Nachfragen: 0152-22482297

PM von Flüchtlingsrat Hamburg
PM von DIE LINKE
PM Bundesfachverband UMF
PM von Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V.
PM Fanni Dethloff vom 08.03.2010
PM Pro Asyl vom 09.03.2010
Pressestelle des Senats vom 08.03.2010

Presse
  • TAZ vom 09.03.2010
  • Kommentar von UTA GENSICHEN (TAZ vom 09.03.2010)
  • HH Abenblatt vom 09.03.2010
  • MOPO vom 09.03.2010

    Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
    Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490

    info@fluechtlingsrat-hamburg.de


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