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Beratungsstellenprojekt
05.04.2018
Flüchtlingslager abschaffen!!!
Veranstaltung im Rahmen des Beratungsstellenprojektes
des Flüchtlingsrats Hamburg e.V.

im Barco Liberado, Soziales Zentrum,
Meiendorferstr. 47, Hamburg

18:00 Uhr


Flüchtlingslager abschaffen!!!

Am 15. März 2018 haben sich Menschen aus verschiedenen Organisationen, Gruppen und Beratungsstellen sowie Einzelpersonen, die sich im Flüchtlingsbereich engagieren, im Barco Liberado in Meiendorf getroffen. Das Barco Liberado liegt in unmittelbarer Nähe, d.h. in ca. 300m Entfernung, vom sogenannten Einreisezentrum Hamburg in Rahlstedt/Meiendorf, das ein wesentlicher Bereich der Zentralen Erstaufnahme Hamburg ist.

Bei dem Treffen ging es darum, Erfahrungen bzgl. der Situation von Geflüchteten im sogenannten Ausreisezentrum auszutauschen. Zudem ging es darum, zu überlegen, wie Geflüchtete, die dort nach Vorgaben der neuen verschärften Asylgesetze in nur einer Woche wesentliche Schritte ihres Asylverfahrens durchlaufen sollen, unterstützt werden können.

Der Austausch während des Treffens hat ergeben, dass die Geflüchteten während dieser ersten, aber entscheidenden Phase ihres Asylverfahrens von der Registrierung über die Asylantragstellung und -anhörung bis hin zur Entscheidung über den Asylantrag und daraus folgenden Schritten - das kann die Vorbereitung von Integrationsmaßnahmen, aber auch die Vorbereitung und Durchführung von Rückführungs- und Abschiebemaßnahmen sein - völlig auf sich alleine gestellt sind.

Eine unabhängige rechtliche Beratung und Unterstützung der Geflüchteten im Einreisezentrum wir systematisch und konsequent u.a. durch folgende Maßnahmen verhindert:

  • Unabhängigen Rechtsberater_innen und Unterstützer_innen wird der freie Zutritt zum Ausreisezentrum verweigert

  • Informationen zu unabhängigen Rechtsberatungsstellen, wie z.B. ÖRA und Fluchtpunkt e.V. , erhalten die Geflüchteten erst nach der Entscheidung über ihren Asylantrag

  • Fahrkarten für öffentlich Verkehrsmittel erhalten die Geflüchteten erst nach ihrer Asylanhörung, so dass es ihnen aus finanziellen Gründen kaum möglich ist, Beratungsstellen aufzusuchen, selbst wenn sie davon erfahren haben


    Geflüchteten werden, das ist die einzig mögliche Schlussfolgerung, systematisch und konsequent ihre Rechte vorenthalten, die ihnen u.a. nach der EU-Aufnahmerichtlinie zustehen.

    Angesichts dieser Situation brauchen die im sogenannten Ausreisezentrum untergebrachten Menschen dringend eine Anlaufstelle in direkter Nähe, in der sie Informationen, Unterstützung und rechtliche Beratung erhalten können. Das Barco Liberado bietet hierfür ein gutes Umfeld, d.h. ein soziales Zentrum mit Aktivist_innen, die Flüchtlinge willkommen heißen und zudem Räume, in denen eine Unterstützungs- und Beratungsstruktur mit Aktivist_innen aus ganz Hamburg aufgebaut werden kann.

    Bei dem Treffen am 5. April wollen wir uns weiter austauschen, vernetzen und erste Schritte tun, um eine solche Unterstützungs- und Beratungsstruktur in die Tat umzusetzen.

    Kommt alle !!!

    Das Beratungsstellenprojekt des Flüchtlingsrats Hamburg e.V. wird in Zusammenarbeit mit
    Café Exil
    Harburg Solidarisch
    der Refugee Law Clinic Hamburg
    Romani Kafava
    New Hamburg
    der Antira-Horst-AG
    NINA - Frauen in Aktion
    und Pro Bleiberecht Mecklenburg-Vorpommern
    umgesetzt.

    Das Beratungsstellenprojekt des Flüchtlingsrats Hamburg wird gefördert durch
    Pro-Asyl,
    die UNO-Flüchtlingshilfe
    die Stiftung do und die
    DM-Drogeriemarktkette (1. Projektjahr)

    Flyer


    Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
    Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490

    info@fluechtlingsrat-hamburg.de


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