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Aktuelles
29.11.2007
Minderjährige Flüchtlinge an den Grenzen der EU

Die Beispiele Griechenland und Spanien/Marokko
Veranstaltung in der Werkstatt 3, Nernstweg 32, Hamburg
um 19.30 Uhr

mit Beiträgen von:
Giota Masouridou, Rechtsanwältin aus Athen
Karl Kopp, Europareferent von Pro Asyl
Conni Gunßer, Flüchtlingsrat Hamburg

Die Zahl der minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge, sogenannter "MUF", ist in Deutschland und insbesondere in Hamburg in den letzten Jahren rapide gesunken.
Es gab hier Ende der 1990er Jahre 450 Plätze in Erstaufnahmeeinrichtungen für MUF, die immer belegt waren mit jungen Flüchtlingen, vor allem aus Afghanistan und Westafrika, aber auch aus anderen Ländern.
Inzwischen bestehen noch 14 dieser Erstaufnahmeplätze. Kaum mehr als 25 MUF schafften es im letzten Jahr, in Hamburg aufgenommen zu werden, während es früher bis zu 100 im Monat waren.

Wo sind diese Jugendlichen geblieben?
Abgesehen von der Praxis des "Ältermachens" und Wegverteilens der jungen Flüchtlinge in andere Bundesländer durch die Hamburger Ausländerbehörde, müssen wir diese Jugendlichen heute an den Grenzen der EU suchen.

Karl Kopp von Pro Asyl hat im Sommer 2007 zusammen mit vor Ort arbeitenden AnwältInnen und Asylinitiativen Haftanstalten auf griechischen Inseln besucht und mit den dort eingesperrten Flüchtlingen, darunter vielen Minderjährigen, vor allem aus Afghanistan, Gespräche geführt.
Dabei kamen erschütternde Fakten über die Praktiken der griechischen Küstenwache - von der Zerstörung von Schlauchbooten bis zum Aussetzen auf unbewohnten Inseln - und die gravierende Missachtung von Menschen- und Kinderrechtskonventionen ans Licht.
Pro Asyl hat deshalb die EU-Kommission aufgefordert, ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Griechenland einzuleiten und verlangt von der Bundesregierung, bis auf weiteres keine Flüchtlinge nach Griechenland zu überstellen.

Giota Masouridou wird über ihre Versuche als Rechtsanwältin berichten, jungen Flüchtlingen in Griechenland zu einem geschützten Aufenthalt zu verhelfen.

Conni Gunßer war Anfang Oktober auf einer internationalen Konferenz in Marokko, wo unter anderem über geplante Abschiebungen marokkanischer MUF aus Spanien in vier mit EU-Geldern zu errichtende Zentren in Marokko, über einen Report von Human Rights Watch zur Situation west- und nordafrikanischer MUF auf den Kanarischen Inseln und über MUF in der spanischen Enklave Melilla berichtet und über möglichen transnationalen Protest und Widerstand gegen solche Praktiken diskutiert wurde. AktivistInnen und Medien berichten von einem immer größer werdenden Anteil an Minderjährigen unter den TransitmigrantInnen, z.B. in Marokko, und den Bootsflüchtlingen auf dem Mittelmeer und dem Atlantik - und demzufolge auch unter den Tausenden von Toten auf den immer gefährlicher werdenden Routen Richtung Europa.

Was geht uns in Hamburg das an?
Wie können wir Verbindungen herstellen zwischen der Situation hier und dort?
Was sollen wir fordern?
Und vor allem:
Was können wir tun zur Veränderung dieser menschen- und kinderrechtswidrigen Situation an den EU-Grenzen?

Die Veranstaltung des Flüchtlingsrats Hamburg wird gefördert von:
Nordelbischen Missionszentrum
AK Asyl Hamburg


Aufruf als PDF
Ertrunken vor meinen Augen (Filmpremiere WDR Fernsehen am 03.12.07)

Informationen zu Griechenland
Ihr müßt uns als Menschen betrachten und nicht als Grenzen
(Ein Bericht aus Athen, Patras vom November 07)
Hafenpolizist sticht mit Messer auf 14 jährigen Flüchtling ein
(PM vom Netzwerk sozialer Unterstützung für Flüchtlinge und Migrantinnen in Athen)
Das Echo in Griechenland (30.10.07)
Griechenlandbericht von Pro Asyl (Oktober 07)
PM Pro Asyl (Flüchtlinge werden Opfer von Misshandlungen und Rechtlosigkeit)
vom 29.10.07
siehe auch unter
  • http://www.proasyl.de/

  • Aktuelle Informationen zu Marokko (26.10.2007)
    Bericht über einen Besuch in Oujda/Ostmarokko vom 04.-08.10.07
    Massive arrests of migrants in Morocco (MIGREUROP COMMUNIQUE vom 26.10.07 english)
    PM aus Marokko zu Razzien, Festnahmen und Abschiebungen (vom 29.10.07 deutsch)
    PM aus Marokko zu Razzien, Festnahmen und Abschiebungen (vom 29.10.07 französisch)
    PM aus Marokko zu Razzien, Festnahmen und Abschiebungen (vom 29.10.07 english)
    Erklärung aus Rabatt vom 26.10.07 deutsch
    Erklärung aus Rabatt vom 26.10.07 französisch

    siehe auch unter
  • http://www.migreurop.org/article1220.html (deutsch)
  • http://www.migreurop.org/article1218.html (französich)
  • http://www.migreurop.org/article1221.html (italienisch)
  • http://www.migreurop.org/article1219.html (spanisch)

    Informationen zu den Kanarischen Inseln
  • www.hrw.org/reports/2007/spain0707(english)
    Spain’s Failure to Protect the Rights of Unaccompanied Migrant Children in the Canary Islands
  • www.hrw.org/german/docs/2007/07/26/spain16523_txt.htm (deutsch)
    Spanien: Flüchtlingskinder im Urlaubsparadies allein gelassen

  • Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
    Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490

    info@fluechtlingsrat-hamburg.de


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