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Brechmitteleinsatz
16.04.2008
Beginn des Prozesses wegen "fahrlässiger Tötung"
bei einem zwangsweise durchgeführten Brechmitteleinsatz

Polizeiarzt ist nach über drei Jahren endlich angeklagt

Am 7.1.2005 starb Laye-Alama Conde, ein Flüchtling aus Sierra Leone, der in Bremen lebte, nach einem zwangsweise durchgeführten Brechmitteleinsatz.
Er wurde unter dem unbewiesenen Verdacht des Drogenbesitzes festgenommen, im Polizeirevier Vahr auf eine Liege gefesselt und bekam gewaltsam Brechmittel verabreicht.
Wie durch ein zweites Gutachten eindeutig belegt ist, erstickte Conde aufgrund der großen Menge Wasser, die von Igor V., dem Arzt des ärztlichen Beweissicherungsdienstes, unter Zwang mittels einer Sonde in seinen Magen gepumpt wurde und die seine Lungen überflutete.

Die Mutter des Afrikaners erhielt jetzt, mehr als drei Jahre nach dem Tod ihres Sohnes, in einem außergerichtlichen Vergleich 10.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen.
Die Anwaltskosten mussten die Familienangehörigen jedoch selbst bezahlen.
Gegen den Arzt Igor V. wird jetzt endlich von der Staatsanwaltschaft Bremen ein Anklageverfahren eröffnet.

Folgenden Termine sind für die Hauptverhandlung im Strafprozess wegen "fahrlässiger Tötung" gegen Igor V. anberaumt:

Mittwoch, den 16.4.2008
Mittwoch, den 23.4.2008
Montag, den 5.5.2008
Donnerstag, den 15.5.2008


jeweils um 9.00 Uhr
Landgericht Bremen
vorauss. im Saal 231
Domsheide 16, 28195 Bremen

Wir rufen dazu auf, an den Gerichtsverhandlungen teilzunehmen und darüber zu berichten!

Wir fordern ein Ende aller Brechmitteleinsätze in Bremen, Hamburg und anderswo, eine Bestrafung aller Täter und eine angemessene Entschädigung aller Opfer dieser Tortur, deren Menschenrechtswidrigkeit im Juni 2006 vom Europäischen Menschenrechtsgerichtshof festgestellt wurde.


Presse
  • http://thevoiceforum.org/node/767

  • http://thecaravan.org/node/1530

  • Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte - Deutschland hat gegen das Folterverbot verstoßen
  • http://thevoiceforum.org/node/397

  • Brechmitteleinsatz verstößt gegen Folterverbot
  • http://www.netzeitung.de/deutschland/421495.html


  • Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
    Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490

    info@fluechtlingsrat-hamburg.de


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