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UMF - Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
27.11.2004 "Kinder auf der Flucht"
Internationale Kinderrechte durchsetzen!

Das Beispiel Hamburg zeigt, wie Kinder verschwinden
Symposium 10-17 Uhr in der Uni Hamburg


UMF - Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Unter diesem Motto wollen wir internationales Fachpublikum, Menschen- und Kinderrechtler und Interessierte einladen, sich über den Umgang Hamburgs mit Kinderflüchtlingen und Minderjährigen Unbegleiteten Flüchtlingen (MUF) sowie Flüchtlingskindern zu informieren. Hamburg spielt die "Vorreiterrolle" in einer bundesweiten Politik, um sich der Kinderflüchtlinge und Flüchtlingsjugendlichen zu entledigen.
Von früher 250 Plätzen in der Erstaufnahme für MUFs bestehen noch 25, die nur zur Hälfte belegt sind. Bei einem bundesweiten Rückgang von ankommenden Flüchtlingen um 50% ist dieser über 95% Rückgang nicht mehr erklärbar.
Ein systematisches Ältermachen und Wegverteilen aus der Stadt ruft inzwischen andere Städte und Kommunen auf den Plan. Die ersten Gerichtsurteile belegen die Fragwürdigkeit dieser Vertreibung und Umverteilung.
Nicht Jugendhilfemaßnahmen sind in dieser Stadt an der Tagesordnung, sondern massive Verletzung aller Rechte von Kindern.

Dokumentation, Vorträge und Workshops werden zu den Themenfeldern angeboten:
1. "Kinder verschwinden"
· Kinder, deren Eltern hier ein Aufenthaltsrecht haben, sollen allein abgeschoben werden.
· Familien werden abgeschoben, obwohl ihre Kinder hier geboren und aufgewachsen sind und sie das Land ihrer Eltern nicht kennen.
· Familien werden getrennt.
2. Kinder werden "ältergemacht"
· Minderjährige unbegleitete Flüchtlinge werden "ältergemacht" , zurückgeschoben oder in andere Städte umverteilt, erhalten keinen Vormund mehr und bleiben ohne rechtliche und pädagogische Unterstützung
3. Kinder kommen in Haft
· Kinder können ohne rechtlichen oder amtlichen Schutz und ohne pädagogische Unterstützung in Abschiebungshaft geraten
4. Kinder werden traumatisiert
· Flüchtlingskinder in Deutschland leiden überdurchschnittlich an seelischen Störungen (Ergebnisse aus Untersuchungen der Kinder- und Jugendpsychiatrie am UKE)
5. Kinder bleiben ohne Perspektive
· Schulische Angebote und Betreuung in der Jugendhilfe werden reduziert,
Eine Ausbildung dürfen jugendliche Flüchtlinge nicht beginnen.

Wir laden ein zu einer Überprüfung dieser belegten Fälle.
Angesichts von UN-Kinderrechtskonvention, von Mindeststandards, die EU-weit gelten, fragen wir, wie es in dieser weltoffenen Stadt weitergehen soll, und wie dieser Trend bundesweit zu stoppen ist.
Wir befürchten, dass das, was zur faktischen Abschaffung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes für Kinder mit Migrationshintergrund führt, sich allgemein durchsetzen könnte.
Wir laufen Gefahr, dass allgemein verbindliche Normen schon soweit aufgelöst sind, dass Verwaltungen sich an diese nicht mehr gebunden fühlen müssen - trotz gerichtlicher Entscheidungen.

Wir treten ein für die Rechte von Kindern und deren Schutz, um damit die Menschenrechte für alle zu schützen.

MitveranstalterInnen:
Pro Asyl
Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge
Arbeitsstelle Interkulturelle Bildung, Fachbereich Erziehungswissenschaften der Universität Hamburg
AG Kirchliche Flüchtlingsarbeit in Hamburg
Die Flüchtlingsbeauftragte der Ev. Luth. Nordelbischen Kirche
Woge e.V.
Kinder und Jugendpsychiatrie des UKE
Flüchtlingsrat Hamburg
Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein
DW Blankenese Vormundschaftsprojekt
angefragt: UNHCR, UNICEF, Terre des Hommes, Liga der Kinder, UN-Kinderrechtskonvention

voraussichtlich:
26.11.2004 11.00 Uhr Pressekonferenz

27.11.2004 Symposium
Zeit 10.00 bis 17.00 Uhr
Ort: Universität Philosophenturm (Von-Melle-Park 6) und Hauptgebäude/ESA-West, Edmund-Siemers-Allee 1, Nähe Bahnhof Dammtor)

Ablauf:
9.30 Uhr Ankommen Stehkaffee
10.00 bis 10.15 Uhr Begrüßung und Einleitung Fanny Dethloff

Vorträge:

Zu Thema 1:
· Einzelfall: Fluchtpunkt
· Grundsatzreferat "Kinder verschwinden!" (Fluchtpunkt)
· und Dietrich Ekkeberg, Münster (Auswirkung von Familientrennungen auf Kinder)

Zu Thema 2:
· Einzelfall Michael aus Liberia/(ältergemacht, umverteilt nach Stuttgart)
· Grundsatzreferat: Conni Gunßer (Flüchtlingsrat Hamburg und WOGE e.V.) und Christian Möller (Vormund aus Freibung, Gerichtsurteile)

Zu Thema 3:
· Amadou Bah von Woge e.V. (HH-Beispiel)
· und Grundsatzreferat ProAsyl bundesweit (?)

Zu Thema 4:
· Absprache bitte mit UKE Prof Hubertus Adam/ Fallbeispiel/ Untersu-chung
· Screening

Zu Thema 5:
· Beispiel Ilka Tietje, Woge e.V.
· Grundsatzrefrat Anke Wagener (Vormundschaftsprojet) und Prof. Ursula Neumann

13.00 bis 14.00 Uhr Pause

14.00 bis 15.30 Uhr Workshops mit vielen fachkompetenten Beteiligten: Bundesfachverband UMF, ReferentInnen und jeweils ein/e ModeratorIn aus den übergeordneten Organisationen
Kaffee

16.00 bis 17.00 Uhr Auswertung der Ergebnisse und Schlussworte/Voten der nationalen/internationalen Organisationen
Plakat zum Symposium
Faltblatt zum Symposium
Dokumentation Kindersymposiums
Resolution: Kinder auf der Flucht
Artikel Mopo vom 27.11.2004
Artikel TAZ vom 27.11.2004
Artikel TAZ vom 29.11.2004
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