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Aktuelles
12.02.2017
Flughafentheater gegen Abschiebung

am Flughafen Hamburg, Terminal 1
12:00 Uhr



Die EU führt ein hartes Grenzregime, durch das ständig an den Außengrenzen Menschen getötet werden. Deutschland ist ohne das Passieren eines Drittstaats nicht erreichbar. Zusagen über die Aufnahme von Geflüchteten und die zur Verfügung Stellung von Geldern werden nicht eingehalten. In vielen Teilen Deutschlands stehen Kapazitäten zur Aufnahme von Geflüchteten leer.

Die Zustimmung zu diesem Grenzregime in der Gesellschaft ist zumindest scheinbar groß.
In Medien und Politik wird vielfach in der Beurteilung von Vorkommnissen wie in Berlin oder Köln eine direkte Verbindung zwischen Zuwanderung und Terror gezogen.
Die Debatte um Sicherheit wird gegen Geflüchtete instrumentalisiert. Im Windschatten dieser Ereignisse wird jetzt wieder nach Afghanistan abgeschoben.

Dieser Haltung und dieser Politik wollen wir in einer phantasievollen Aktion unsere Inhalte entgegen setzen.
Zu einer offenen Gesellschaft gibt es keine Alternative. Wenn der Handel mit Kapital, Waren und sogar Boden kaum noch Grenzen kennt, müssen und werden auch Menschen sich bewegen. Und sie gehen dorthin, wo es mögliche Perspektiven gibt. Der konkrete Anlass für unser Theater ist der sogenannte Abschiebegewahrsam, den die Stadt Hamburg angrenzend an den Flughafen gebaut hat, und in dem Menschen vor der Abschiebung bis zu 4 Tage eingesperrt werden können.

Die Macht der Bilder
Vielleicht haben einige von Euch schon beim Flughafentheater im Oktober mitgemacht. Geplant ist keine wütende Demonstration mit langen Redebeiträgen, sondern das Erzeugen von Bildern in der großen Halle des Terminal 1. Die Idee dazu ist, dass wir mit vielen Leuten stilisiert verkleidet als Personen- und Berufsgruppen der internationalen Mobilität (Flugbegleiter, Bodenpersonal, Business Class Reisende, Flugkapitäne) eine Art Choreografie aufführen. Die muss natürlich vorher einmal eingeübt werden und auch die stilisierte Verkleidung wird vorher abgestimmt. Wer jetzt sagt, das ist Kasperkram, dem sei erwidert, dass Kasperkram manchmal gute Wirkungen erzielt. Es geht um das Erzeugen von Bildern mit einer Aussagekraft, weil langen erklärenden Redebeiträgen niemand zuhört. Im Terminal 1 ist viel Publikumsverkehr und alle werden sich unsere Choreografien ansehen. Diese Choreografien sollen von kurzen Texten begleitet werden, die die Choreografien einordnen.

Wichtig ist uns, dass wir bei allem eine ernsthafte, würdevolle Haltung haben. Dies soll keine wütende Demonstration werden, wenn natürlich auch wir oft wütend sind. Wir gehen nicht, wir schreiten. Wir schreien nicht, wir sprechen.

Es wird Texte zu den Choreografien geben, in denen die Bewegungen genannt und erklärt werden, niemand soll etwas auswendig lernen müssen. Vielleicht fühlen sich einige an das Ligna Radio Ballett erinnert. Die Verkleidung soll nicht dazu führen, dass Passanten uns wirklich für Angestellte einer Fluggesellschaft halten, ein kurzer Moment der Verwirrung ist aber durchaus gewollt.

Der Vorbereitungstermin für die Choreografien und die stilisierte Verkleidung wird am 30.01. um 19.00 Uhr im Centro Sociale in der Sternstraße stattfinden.

Wer es nicht schafft zu dem Vorbereitungstermin zu kommen, ist herzlich eingeladen am 12.02.2017 um 12 Uhr sich so, wie er/sie ist, der Aktion am Flughafen anzuschließen.

Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490

info@fluechtlingsrat-hamburg.de


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