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Aktuelles
08.04.2016
Internationaler Tag der Roma


Keine Abschiebungen von Roma in Not und Obdachlosigkeit

Perrformance
veransstaltet von der Gruppe ROMANO ACIPE ANO HAMBURG und dem Flüchtlingsrat Hamburg

Rathhausplatz

13:30 bis 15:30 Uhr
Roma und Sinti sind die größte Minderheit in Europa und werden aufgrund tradierter, jahrhundertelang bestehender Vorurteile überall in Europa ausgegrenzt und benachteiligt. Diese Form von Rassismus wird Antiziganismus genannt und hat in Deutschland eine besonders schreckliche Tradition. Im Nationalsozialismus wurden Roma und Sinti aus rassistischen Gründen erfasst, verfolgt, zur Zwangsarbeit verpflichtet, in Konzentrationslager deportiert und schließlich umgebracht.

Der Antiziganismus ist aber ein europäisches Phänomen und hat heute erneut ein erschreckendes Ausmaß angenommen. In Südost Europa und auf dem Balkan leben die meisten Roma infolge dieser Diskriminierung als Minderheiten in bitterster Armut. Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Wohnungen und Chancen auf dem Arbeitsmarkt sowie gesellschaftliche Teilhabe werden ihnen in der Regel verweigert. Sie erleben alltägliche Anfeindungen von Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft, sind deren gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt und werden weder vom Staat geschützt, noch erfahren sie Gerechtigkeit durch die Justiz.

Von der Flucht in die europaischen Staaten erhoffen sich die Roma ein Ende dieser Diskriminierung und Verfolgung. Doch in den Ziellandern wie Deutschland stosen sie erneut auf Vorurteile und Antiziganismus: Roma dienen haufig als Projektionsflache fur A.ngste aller Art und werden so zu Sundenbocken fur soziale Missstande gemacht. Die deutsche Regierung fordert das zusatzlich durch ihre Asylrechtsverscharfungen. Im November 2014 wurden Bosnien-Herzegovina, Mazedonien und Serbien zu .sichereng Herkunftslandern erklart, hinzugekommen sind inzwischen Albanien, Kosovo und Montenegro. Das bedeutet fur Roma aus dem Westbalkan, dass ihre Asylantrage nicht mehr individuell gepruft, sondern pauschal abgelehnt werden. Diese Einstufung als .sichereg Herkunftsstaaten soll Roma als potentielle AsylbewerberInnen abschrecken. Deswegen sind diese Gesetze im Kern antiziganistisch. Mit dem Stempel als Armutsfluchtlinge werden Roma hier stigmatisiert und ausgegrenzt.

Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen sowie die evangelische Kirche kritisieren die neuen Gesetze und halten sie für verfassungswidrig. Sie fordern: Jeder Asylantrag muss auch weiterhin individuell geprüft werden. Die mehrfache Diskriminierung von Roma im Westbalkan ist vielfach belegt und muss als Verfolgungstatbestand gewertet werden. Angesichts der nationalsozialistischen Verbrechen trägt Deutschland eine besondere Verantwortung für die Nachkommen dieser schon damals verfolgten Gruppe.

Wir fordern zusammen mit Romaverbänden und anderen UnterstützerInnen:

  • Bleiberecht für aus ihrer Heimat geflohene Roma

  • Öffentliche Verurteilung und Bekämpfung des Antiziganismus

  • Würdigung des Beitrags der Sinti und Roma an den Kulturen in Europa


    Flüchtlingsrat Hamburg, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg
    Tel.: 040-431587 Fax: 040-4304490

    info@fluechtlingsrat-hamburg.de

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